Einer Verwaltung steht es gut an, wenn sie sich nicht nur an
die Vorschriften hält, sondern auch an ihre Bürger denkt.
In diesem Fall an den Bürger Jens von Stamm, der für den
Typus des schaffigen Investoren steht. Der die
Markthalle übernommen hat und sich damit
zu übernehmen droht, weil er wirbelt wie ein
Wilder, sich der Profit aber nicht einstellen
will, nicht einmal annähernd.
Diesem Bürger
kann die Stadt nicht erklären, dass sie von
ihm 5000 Euro will pro Stellplatz, insgesamt 60.000. Und dass in derselben Stadt ein
durchaus ebenfalls mit Gewinnerzielungsabsicht auftretender Verein für seine Kletterhalle Null Euro pro
Stellplatz zahlen soll, die Stadt sie ihm sozusagen schenkt.
Nun mag es sein, dass mit Stellplätzen in der Innenstadt und
welchen am Stadtrand Äpfel mit Birnen verglichen werden.
Doch Obst ist Obst, Stellplätze sind Stellplätze und Äpfel am
Ende auch nur Birnen. Was für Jens von Stamm damit bleibt,
ist das Gefühl der Ungleichbehandlung. Zu Recht.
Zumal es anderswo ganz anders geht. In Meßkirch, etwa,
wo die Stadt im Sinne der Bürger, dort vor allem der Gastronomen denkt, und seit drei Jahren nur noch 100 Euro pro
Stellplatz Ablöse will.
Sie hat damit gute Erfahrungen gemacht,
der dortige Hauptamtsleiter kennt gleich zwei gastronomische
Projekte im Kernbereich des Städtles, die an einer Stellplatzablöse für mehrere zehntausend Euro gescheitert wären.
Doch lässt sich natürlich Meßkirch mit Rottweil nicht
vergleichen. Oder doch?
Um eine Lanze für von Stamm zu brechen, der in die lange
leer stehende Markhalle investiert hat: Vielleicht findet die
Stadt ja einen guten Weg.
Einen, der es für alle künftig leichter
macht, in Rottweil zu investieren. Die Landes-Bauordnung
sieht den passenden Spielraum vor: „Die Gemeinde legt die
Höhe des Geldbetrages fest“, heißt es dort.
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