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HOMEPAGE > LESERBRIEFE



31.08.2010

Zu unserem Artikel 'Schweizer Suche für ein Atomendlager' hat uns die folgende Zuschrift erreicht:

Gorleben am Hochrhein?

Einmal mehr erteilen uns unsere eidgenössischen Nachbarn hier eine eindrucksvolle Lektion in Sachen Bürgerbeteiligung. Dass den südbadischen Landkreisen Informationen von offizieller Stellen der Schweiz, also aus erster Hand vorliegen und wir uns aktiv ins Verfahren einbringen können zeigt, dass Gorleben nicht am Hochrhein liegt.

Denn in Deutschland deutet bei der Endlagersuche alles darauf hin, dass nicht objektive wissenschaftliche Untersuchungsergebnisse sondern politisches Kalkül, gepaart mit privater Vorteilnahme, die ausschlaggebenden Faktoren sind. Nach dem Willen der Bundesregierung sollen die Untersuchungen am Salzstock in Gorleben weiterhin nach dem Bergrecht erfolgen. Den betroffenen Bürgerinnen und Bürgern werden somit auch künftig die Klage-, Beteiligungs- und Akteneinsichtsrechte verwehrt.

Die schweizerischen Kernkraftwerksbetreiber haben bereits 1972 mit Gründung der Nationalen Genossenschaft zur Lagerung radioaktiver Abfälle (NAGRA) erkannt, dass es ein "vorzeigbares" Endlager braucht, um ihre Interessen politisch geschickt durchzusetzen. Für den radioaktiven Abfall ihrer fünf AKWs investieren die schweizerischen Atomkonzerne jährlich circa 37,5 Millionen Franken (2009) auch in die Endlagersuche.

Alle potentiellen schweizerischen Endlagerstandorte liegen nun auf den angeblich „besten aller schlechten schweizerischen Standorte“ im Opalinus-Ton vor unserer Haustüre. Strahlung ist grenzenlos – leider auch die Unvernunft!

Nicht nur in der Schweiz will die Atomindustrie die Laufzeiten bestehender Atomkraftwerke verlängern, gar den Bau neuer AKWs genehmigen lassen. Beim Betrieb eines AKW mit 1000 MW Leistung entstehen pro Jahr circa 200 - 250 Kilo Plutonium. Längere Laufzeiten bedeuten noch mehr Atommüll. Wer Dreck macht, muss ihn auch wegmachen!

Ob Asse, Morsleben, Schacht Konrad bei Salzgitter und insbesondere in Gorleben, zeigt der Streit um Endlagerstandorte immer wieder: Die Frage, wohin mit dem strahlenden Müll, wird mit jeder neu entstehenden Tonne Atommüll drängender, die Auseinandersetzung schärfer und die Kosten werden höher.

Die Betreiber der 17 deutschen Atomkraftwerke stört das allerdings wenig, sie verdienen daran. Je länger – je lieber, Endlagersuche ist bei uns steuerfinanziert! Das Bundesamt für Strahlenschutz überweist seit 1984 jährlich circa 100 Millionen Euro auf das Konto der Deutschen Gesellschaft für Bau und Betrieb von Endlagerstandorten (DBE), die sich zu 75 Prozent im Besitz der deutschen Stromkonzerne befindet. Der Vertrag ist unkündbar!"

Max Burger, für den Kreisverband Rottweil Bündnis 90/ Die Grünen

31.08.2010

Kritik ist unanständig und unsachlich

Zum Leserbrief "Rottweiler Verwaltung sollte sich in Deißlingen schulen lassen"

Als eines der höchsten Güter unserer Demokratie garantiert unser Grundgesetz das Recht der freien Meinungsäußerung. Es endet dort, wo Andere (auch Vertreter gewählter Institutionen) verunglimpft und ihnen pauschal, kriminelle Handlungen unterstellt werden. Was in der jüngsten Ausgabe der NRWZ als Leserbrief (eher Absonderung) von Herrn Büchle veröffentlicht worden ist, erfüllt für mich den Tatbestand von persönlicher Beleidigung und übler Nachrede.

Gerhard Gurreck, Rottweil-Bühlingen

18.08.2010

Zu unserem Artikel 'Außenrenovierung der Ottilienkapelle ist abgeschlossen' hat uns die folgende Zuschrift erreicht:

Erinnerung an die Ottilienkapelle

Innerhalb von 2 Monaten ist nun von Berthold Hildebrand zur Außenrenovierung der Ottilienkapelle geschrieben worden. Auffällig , dass zuletzt am 12/8/10, der äußerst schlechte bauliche Zustand der ältesten Rottweiler Kapelle wiederholt in Verbindung gebracht wurde mit der Sanierung in den 60-er Jahren und damals etwaig begangener Bausünden. Fast klingt´s nach Entschuldigung für die heutige Sanierungsnotwendigkeit.

Wenn ich mich recht erinnere ist die Ottilienkapelle mindestens seit der Sanierung vor etwa 50 Jahren in der Obhut der Kirchengemeinde Heilig Kreuz. Die Frage drängt sich auf, ob vielleicht der heutige desolate Zustand auf Nachlässigkeit bei der Unterhaltung beruht?

Kaum vorstellbar nämlich, dass die seinerzeitigen "Kapellensanierer" im Dach der Ottilienkapelle Löcher belassen haben damit es durchtropfen kann und der darunter liegende hölzerne Dachstuhl, die Holzdecke und andere davon betroffene Bauteile so " peu à peu" Schaden nehmen. Der jahrhunderte alte Zustand eines undrainierten, feuchten Kellers mit kapillar aufsteigender Mauerwerksfeuchte ins Kellergewölbe und in die Kapellenwände war seinerzeit keine unübliche Situation der damals offenbar in üblicher Weise begegnet wurde.

(Vergleiche Ölpapier, oder Teer- bzw. Bitumenpappe als Schutz der Wandtäferungen vor Mauerwerksfeuchte, oder ganz extrem die Bleikammern von Venedig)

Ich jedenfalls nehme die Erinnerung an die Eigeninitiative der damals nur wenigen Rottweiler Männer (Hospitaliter „ Comturei „ Rottweil-Neuchatel“) gerne zum Anlass diesen posthum für ihren damals selbstlosen Einsatz zur Errettung der ältesten Kapelle Rottweils zu danken.

Wären sie nicht gewesen, hätte es heute vielleicht nichts mehr zu sanieren gegeben.

Gustav Dorn, Rottweil

13.08.2010

Zu unserem Artikel 'Stadt zahlt fast 10.000 Euro Miete für leerstehende Häuser' hat uns die folgende Zuschrift erreicht:

Stehe der Stadt Rottweil gerne als Investor zur Verfügung

Liebe Stadt Rottweil,
sollten Sie wieder einmal einen Investor für ein entsprechendes Projekt benötigen, dann wenden Sie sich doch bitte an mich.

Ich habe zwar das benötigte Kapital nicht vorrätig, würde aber wie folgt vorgehen: Baukosten 1992 für zwei Asylantenhäuser minderer Qualität (da nach 18 Jahren Abriss günstiger als Sanierung) geschätzt 2 x 400.000 = 800.000 DM.

Diesen Betrag bekomme ich problemlos von jeder Bank, da ich ja als Sicherheit einen gut dotierten Mietvertrag der Stadt Rottweil über 20 Jahre Laufzeit vorlegen kann. Ich leihe mir also diesen Betrag bei geschätzten 8 Prozent Zinsen (heute wesentlich weniger) und Tilgung über die vereinbarte Mietdauer von 20 Jahren.

Entsprechend der jedem Banker, Versicherer, Mathematiker oder auch nur in Geldsachen versierten Mitbürger bekannten Tilgungsformel, beträgt dabei die monatliche Tilgungsrate 6791 DM (Gesamttilgung somit: 20x12x6791 = 1 629.840 DM !!!) Bei der vereinbarten Miete von monatlichen 9 600 Euro = 18.800 DM, hätte ich einen monatlichen Überschuss von 18 800 - 6 791 = 12 009 DM.

Davon würde ich 2009 DM monatlich für Instandhaltung der Häuser bereitstellen, damit nach 18 Jahren ein Abbruch nicht billiger ist als eine Sanierung.

Somit hätte ich 20 Jahre lang eine monatliche Rendite von 10.000 DM = 5102 Euro und nach dieser Zeit wäre ich außerdem schuldenfreier Eigentümer dieser Häuser. Da ich mich laufend um die Instandhaltung gekümmert hätte, könnte ich die Häuser weiter vermieten oder gar verkaufen.

Darum nochmals der Hinweis: Ich stehe jederzeit für solche Verträge als Investor zur Verfügung! Übrigens ist es mir als Investor vollkommen egal, ob das Geld ganz oder teilweise von der Stadt Rottweil oder vom Bund kommt. Ich nehme garantiert beides.

Manfred Mager, Horgen

09.08.2010

Wo bitte gehts zur Landesgartenschau?

Freitag Abend, 19.11 Uhr Bahnhof Rottweil. Schnell mit dem Zug nach Schwenningen zur Landesgartenschau. Heinrich Delcore gibt ein Gastspiel. Eine Viertelstunde später raus aus dem Zug am Bahnsteig eins. Doch dann wohin? Schild mit Pfeil oder Gartenschaulogo? Fehlanzeige.

Aber man sieht doch rüber auf das Gelände, bloß wie hinkommen? Also am Bahnhof entlang raus vor das Gebäude. Kein Schild, kein Hinweis. Also wieder rein. Auf gut Glück die Unterführung zu Gleis 2 probiert und tatsächlich hier gehts entlang. Das Zelt natürlich gerammelt voll, klar wenn ein Rottweiler vor der Haustüre spielt. Zurück mit Bekannten mit dem Auto, ohne Orientierungsprobleme. Also liebe Schwenninger, ein Schild mehr wäre hier richtig klasse !!

Klaus Hezel, Rottweil

08.08.2010

Zu unserem Artikel 'Stadt zahlt fast 10.000 Euro Miete für leerstehende Häuser' hat uns die folgende Zuschrift erreicht:

Rottweiler Verwaltung sollte sich in Deißlingen schulen lassen

Seit Oktober 2009 wohne ich nun in Rottweil, lese sehr gerne unter Anderem die NRWZ... und bin entsetzt, wie die Verwaltung in Rottweil agiert und sich der Bevölkerung gegenüber verhält. Ich habe zuvor im Kreis Tuttlingen (Möhringen, Tuttlingen Stadt und Trossingen) gewohnt. Aber was die Verwaltung in Rottweil im Allgemeinen und im Besonderen der Herr Oberbürgmeister so "treibt" raubt mir die Worte.

Informationsdefizite beim Großgefängnis, Bauvorhaben Schramberger-Straße, ehemalige Asylbewerberunterkünfte (Ausgabe Samstag, 7. August 2010). Ich habe den Eindruck in einer Stadt zu wohnen, in der eine Mischung aus Mafia und Lehnsherren "regiert".

Gott sei Dank haben wir uns entschlossen Rottweil den Rücken zu kehren und in Deißlingen sesshaft zu werden. Hier hatten wir von Anfang an sehr gute Hilfestellung durch die Gemeinde und auch durch den Bürgermeister Herrn Ralf Ulbrich bei unserem Bauvorhaben erhalten.

Vielleicht sollte die Verwaltung Rottweil mit dem Herrn Oberbürgermeister sich in Deißlingen schulen lassen, wie Bürgernähe und effektives Arbeiten funktioniert.

Ralph Büchle, (noch) Rottweil

02.08.2010

Milliarden für Stuttgart 21 lieber in die hiesigen Gleise stecken

Dieses Wahnsinns-Bahnhof-Projekt "Stuttgart 21" wird ein Milliardengrab werden. Die Kosten werden am Ende nicht 4,5 Milliarden betragen, sondern doppelt so hoch sein, und das alles wegen ein paar Minuten Zeitgewinn.

Schon heute sind gut 90 Prozent der eingesetzten Züge sogenannte „Wendezüge“, die in den Kopfbahnhof hineinfahren und nach kurzem Aufenthalt wieder hinausfahren können – womit sehr wenig Zeit verloren geht. Die Zeitersparnis durch einen künftigen Durchgangsbahnhof ist also minimal.

Heutzutage sollte man das Leben der Menschen lieber entschleunigen als permanent immer schneller zu machen.

Das Flair, das dieser Stuttgarter Kopfbahnhof dem ankommenden Fahrgast bietet, wird durch einen seelenlosen Tunnelbahnhof ersetzt werden. Zudem wird ein nur achtgleisiger Durchgangsbahnhof bei Betriebsstörungen zu wenig Reserven bieten.

Mit den Milliarden für Stuttgart 21 könnte man im Südwesten sämtliche Bahnstrecken für die in den letzten Jahrzehnten rein gar nichts getan wurde, instandsetzen und modernisieren. So könnte endlich die Strecke Rottweil – Neustadt eletrifiziert und begradigt werden. Die Strecken Immendingen – Ulm, die Bodenseegürtelbahn und Friedrichshafen – Ulm könnten elektrisch ausgebaut. Und auch die Gäubahn könnte endlich ihr zweites Gleis wiederbekommen und damit wäre endlich ein verfünftiger Bahnverkehr ohne Störungen auf dieser Strecke möglich.

Was in den letzten Jahren auf der Gäubahn dem Kunden geboten wurde, ist gelinde gesagt eine Schande. Seit Jahren wird über diese Projekte diskutiert, aber nichts geschieht. Stuttgart 21 wird diese Projekte endgültig aufs Abstellgleis schieben, weil überhaupt kein Geld mehr da sein wird.

Man könnte sogar zukunftweisend die Strecke Rottweil – Balingen reaktivieren, wofür es ja schon für den abgebauten Abschnitt Rottweil – Schömberg eine Projektstudie über Neukirch gibt. Dann wären auch endlich nach Balingen vernünftige Fahrzeiten von 25 bis 30 Minuten möglich. Und dann wäre noch jede Menge Geld übrig, welches man für die Neubaustrecke Stuttgart – Ulm verwenden könnte, die ja niemand in Frage stellt. Auch dieses Projekt wird erheblich teurer werden.

Wenn die Bevölkerung von Baden-Württemberg über Stuttgart 21 abstimmen dürfte, wäre dieses Projekt schlagartig beendet!

Peter Ruthenkolk - Rottweil

28.07.2010

Zu unserem Artikel 'Kreistag entscheidet sich für kommunale Lösung' hat uns die folgende Zuschrift erreicht:

Schramberger Krankenhaus darf mühseligen Tod sterben

Na also es ist geschafft, unser Krankenhaus wird nicht schlagartig hingerichtet, sondern darf einen langsamen (möglicherweise), mühseligen Tod sterben. Goldene Zukunft d. h. wir bilden sämtliche Taxifahrer zu Hebammen aus, und in vielen künftigen Personalpapieren wird als Geburtsort „irgendwo zwischen Dunningen und Hochwald“ stehen.

Es steht zu befürchten, dass dieser Ort auch auf einigen Sterbeurkunden eingetragen wird. Vielleicht wäre es sinnvoll im Rettungswagen in Zukunft einen Priester mitfahren zu lassen.

Auf Grund der teilweise beleidigenden und bösartigen Zuschriften aus dem Raum unserer Kreisstadt bin ich dennoch überrascht vom Ergebnis der Abstimmung, denn mir war klar dass Kreisräte natürlich nicht im Sinne der Bevölkerung des ganzen Kreises, sondern immer nur im Interesse des Gebietes aus dem sie gewählt wurden, abstimmen.

Glaube doch jetzt Keiner, in Zukunft würden alle Patienten des Schramberger Krankenhauses plötzlich in Rottweil landen, denn im Randgebiet gibt es genug Alternativen.

Daraus folgt, dass das finanzielle, hauptsächlich von Schramberg und Umland finanzierte Konzept nicht aufgeht. Über kurz oder lang wird die so genannte Portalklinik auch geschlossen werden. Zu diesem Zeitpunkt sind es dann nur noch 100 Mitarbeiter, die entlassen werden, und möglicherweise sind auch auf Grund der Krankenhaussituation einige Bewohner weggestorben, so dass der Protest weitaus geringer wird.

Das Konzept, unsere Heimat ausbluten zu lassen, wird aufgehen und unser Widerstand wird immer geringer werden. Junge Familien, Fachkräfte und Leute, die es sich leisten können, werden nicht hierher ziehen oder Schramberg verlassen.

Meine Freunde und ich, die die Idee mit dem Verlassen des Landkreises hatten, werden mit den zahlreichen Unterstützern, die sich gemeldet haben unser weiteres Vorgehen abstimmen und danach weiter entscheiden. Wir haben soeben eine Website geschaltet, die aber erst am Freitag frei geschaltet ist und auf der Informationen abgerufen werden können. Die Adresse: www.rettetschramberg.de.

Hansmichael Marx, Schramberg

28.07.2010

Rottweil braucht die 500 neuen Einwohner

Mit Interesse verfolge ich die Artikel und Leserbriefe zum Großgefängnis. Und komme zum Schluss: Rottweil will den Bau, somit sollte das Gefängnis auch auf städtischer Gemarkung gebaut werden.

Ich habe ohnehin den Eindruck gewonnen, dass Rottweil die Stadtteile nur zur Erhaltung der Einwohnerzahl braucht. Sonst muss die Stadt, wenn die weiter Bevölkerungszahl schrumpft, um den Oberbürgermeister fürchten. Schramberg weiß, wie das ist. Da musste schnell Tennenbronn her.

Gerade deshalb sollte Rottweil darauf bedacht sein, auf eigener Gemarkung zu bauen. Das Gefängnis bedeutete schließlich bis zu 500 weitere Einwohner. Rottweil braucht die neuen Einwohner. Was wäre das sonst für ein Bild, wenn an der Fastnacht nur noch ein Bürgermeister statt eines Oberbürgermeisters neben dem Ministerpräsidenten auf der Tribübe steht...

Hans-Hermann Kühl, Irslingen

28.07.2010

Hurra, wir bekommen eine JVA!

Ich weiß nicht, wer Frau Heide Friederichs und Herr Max Burger sind. Wenn ich ihre Leserbriefe lese, muss ich feststellen, dass sie anscheinend sehr viel Weisheit von sich geben.

Mein Vorschlag wäre, dass man das Telekom-Gebäude nehmen sollte, da hätten dann die Rottweiler ihre JVA. Das Gebäude ist groß genug, hat einen Innenhof, Kantine, Pforte, alle Anlagen sind vorhanden. Auch das Kreiskrankenhaus wäre groß genug.

Sollte mal vom Gemeinderat jemand dort einsitzen, haben es die Verwandten nicht weit. Sie können zu Fuß oder mit dem Fahrrad hinkommen. Alle öffentlichen Gebäude sind in der Nähe, Polizei, Kreissparkasse, Schwimmbad, Sportplatz, Krankenhaus und Landratsamt.

Hans-Joachim Matuszak, Rottweil

28.07.2010

Zu unserem Artikel 'Kreistag entscheidet sich für kommunale Lösung' hat uns die folgende Zuschrift erreicht:

Geldsäckel näher als alles Andere

Eine Entscheidung ist gefallen. Wider allen Argumenten und Protesten aus der Region Schramberg hatte sich doch eine recht große und eiserne Pro-Helios-Koalition um den ehemaligen Oberbürgermeister von Rottweil gebildet.

21 Kreisräte, denen das Geld wohl näher steht als die Menschen im Kreis, 21 Kreisräte, die bereit waren 360 Menschen einfach so mal auf die Straße zu setzen. 21 Kreisräte, die sich eindeutig als Regionsräte und Bürgermeister geoutet haben, denen ihr Geldsäckel näher steht als alles Andere. Man darf hoffen, das einigen Wählern jetzt mal die Augen auf gehen, und diese Räte bei der nächsten Wahl die Quittung dafür bekommen.

Durchgekommen sind sie aber nicht, wenn auch für die Raumschaft Schramberg und auch für den Geldsäckel des Kreises zu einem hohen Preis.

Schramberg wird Portalklinik, Rottweil wird ausgebaut. Der Kreis sucht also sein Heil in abbauen, aufbauen, verschieben, renovieren und umbauen. Man darf gespannt sein ob das gut geht, und ob die Politik jetzt fähig wird schneller zu reagieren.

Frank Staiger, Lauterbach

27.07.2010

Gefängnis als Ziel bürgerschaftlichen Engagements

Sind nicht längst ‚der Worte genug gewechselt‘ im Streit um den richtigen Standort der JVA? Man hat deutlich diesen Eindruck.

Und doch will ich ein Pro-Argument nochmals aufgreifen und erweitern: den Hinweis nämlich auf neue Arbeitsplätze und Liefermöglichkeiten. Entgegen gehalten wird einem, dass bei solchen Dimensionen – man denke nur an den Tagesverbrauch an Lebensmitteln – wohl vorgeschriebene öffentliche Ausschreibungen die lokalen Chancen relativierten.

Aber, so kann man dieses Argument erweitern, warum nicht an den Bereich des bürgerschaftlichen Engagements denken? Braucht eine solch große Einrichtung nicht Frauen und Männer, die sich dort engagieren wollen, in Gesprächskreisen oder Theatergruppen, in Sportteams oder im religiösen Bereich? Kann nicht eine offensichtlich so unerwünschte Anstalt neue Gelegenheiten bieten, sich dort freiwillig in den sozialen und religiösen Bereich einzubringen, zugunsten der Häftlinge? Man könnte sich ja einmal erkundigen, in Rottenburg oder in Offenburg...“

Werner Kessl, Rottweil

26.07.2010

Gedanken zur Krankenhausdebatte

Viel wurde in den vergangenen Wochen diskutiert, kritisiert, polemisiert. Ob öffentlich oder im Bekanntenkreis – ein allgegewärtiges Thema. Es wurde Gescheites, Unnötiges und vereinzelt auch Saudummes darüber gesagt und geschrieben. In Gesprächen mit Kreisräten habe ich festgestellt, wie schwierig sich dabei der Meinungsbildungsprozess gestaltet hat. Konfrontiert mit enormem Zahlenmaterial, gesetzlichen Vorgaben und medizinischen Prozessen, die einen Laien schwindlig werden lassen.

Ich selbst bin dabei zu der Auffassung gekommen, dass es besser gewesen wäre, die Entscheidung noch mindestens ein Jahr hinauszuschieben, um sich mit der Thematik wirklich vertraut machen zu können, um eine Entscheidung nicht nur auf rein monetäre Argumente reduzieren zu müssen. Um nach Ursachen zu suchen, warum der vielbeschworene Synergieeffekt, der bei Zusammenlegung der Krankenhäuser in Schramberg und Rottweil nicht eingetreten ist und die für die desaströsen Betriebsergebnisse Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen.

Und um nach Alternativen zu den drei übrig gebliebenen Varianten zu suchen, von denen meines Erachtens nach alle langfristig dem Lebens- und Wirtschaftsstandort Schramberg und letzlich dem gesamten Kreis Rottweil, schaden.

Übrigens, auf Unverständnis stößt bei mir das Verhalten der Belegschaften der Krankenhäuser Oberndorf und Rottweil. Von Solidarität mit den Beschäftigten des Krankenhauses Schramberg ist, so zumindest was aus den Medien zu erfahren ist, nicht viel zu spüren.

Ganz nach dem Sankt- Florians- Prinzip: Verschon mein Haus, zünd andere an! Und seid gewiss, Genossen: HELIOS garantiert euch keine Lebensstellung!

Ähnlich verhält es sich mit dem für Schramberg anscheinend einzigen Heilsbringer MediClin. Keine betriebsbedingten Kündingen die nächsten drei Jahre. Falls der Kreis die Verluste in dieser Zeit übernimmt! Aber dann? Wäre der Verbleib im bei einem öffentlichen Arbeitergeber vielleicht nicht doch besser gewesen? Die Abstimmungsvorgabe des Landrats lautet, eine Abstimmung herbeizuführen. Meine Aufforderung an die Kreisräte lautet daher: Lasst es bitte nicht zu einer Abstimmung kommen!

Viel Herzblut ist vergossen worden. Ich habe viele Menschen kennengelernt, die sich mit ungeheuerem Angagement für den Standort Schramberg eingesetzt haben. Manche mehr, manche weniger öffentlich.

Beeindruckend war für mich ebenso die Präsenz vieler Bürger bei der von Oberbürgermeister Dr. Zinell initiierten Informationsveranstaltung, die einer Demonstration pro Schramberg gleich kam.

Dennoch sollte nicht vergessen werden, dass die im November 2009 auch von Schramberger Kreisräten! angestoßene Initiative, allen voran der CDU- Fraktionsvorsitzende und stellvertretende Landrat Martin Maurer, zu dieser Situation geführt hat. Ob sich nun der eine oder andere Wahlberechtigte bei der nächsten Wahl etwas mehr Gedanken um Kommunal-, Landes- oder Bundespolitik macht, sich nicht erst regt, wenn „das Kind in den Brunnen gefallen ist“ und dabei nicht nur eigennützig handelt, liegt im Ermessen jedes Einzelnen.

Vielleicht könnte aus der Krankenhausdebatte etwas Positives herausgezogen werden. Und zwar, dass sich jeder mündige Bürger wieder mehr mit Politik auseinander setzt. Die Mittel, die uns unsere partizipative Demokratie zur Verfügung stellt, in vollem Maße ausschöpft und die Geschehnisse wachsam verfolgt.

Michael Möller, Schramberg

26.07.2010

Zu unserem Artikel 'Fremdschämen erlaubt!' hat uns die folgende Zuschrift erreicht:

Sie sind nicht mehr, sie haben nur noch

Danke, danke für diesen treffenden Bericht. Ich selber bin weit davon entfernt, mich für diese Abzocker zu schämen, sie tun mir eher leid. Leid, weil sie gar nicht mehr merken, wie sie bei ihrer egoistischen Jagd nach noch mehr, an ihren eigenen Besitztümer ersticken und nicht länger sind, sie haben nur noch.

Sie enthumanisieren sich selber. Das Traurige daran ist, dass diese Menschen die Macht haben, die schon Abhängigen in eine noch größere Abhängigkeit zu bringen (siehe Hartz IV Empfänger). Und diese Tendenz, alles und Jedermann zu kontrollieren, hat einen Hang zum Sadismus.

Ich lese bei Paulo Freire dass " das Ziel des Sadismus darin liegt, Menschen in Dinge zu verwandeln, etwas Beseeltes in Seelenloses, weil durch die vollkommene und absolute Kontrolle jedes Lebewesen eine entscheidende Qualität des Lebens verliert - die Freiheit". Aber ein freier, ein ganzer Mensch zu sein ist nicht Privileg einer Elite, sondern das Geburtsrecht aller Menschen.

So lange A für B oder A über B bestimmt und nicht A mit B, wird sich nichts ändern. Und diese Änderung kann nur der, der die Macht hat, bringen. Aber dafür muss man den Weg der "sadistischen Liebe" verlassen, denn das ist die Liebe des Todes und nicht des Lebens.

Verena Gaiffi, Rottweil

26.07.2010

Zu unserem Artikel 'Neue Bänke, Fahrradständer und Mülleimer für Rottweils Mitte' hat uns die folgende Zuschrift erreicht:

Bitte kein Tropenholz einsetzen

Ich dachte, der Fall aus Nürnberg, der deutschlandweit Wellen geschlagen hat, wäre auch bis nach Rottweil durchgedrungen. In Nürnberg hatte man das Gleiche geplant: Parkbänke aus Tropenholz.

Nach enormen Protesten hat man sich aber entschieden, europäisches Holz einzusetzen. Rottweil, bitte dort informieren und den Fehler nicht ein zweites Mal machen. Danke!

Stefan Möckel-Huschenbeth, Schramberg

24.07.2010

Zu unserem Artikel 'Verhindert die Gelbbauchunke das Großgefängnis?' hat uns die folgende Zuschrift erreicht:

Seltene Entdeckungen im Bitzwald

Es ist oberflächlich, die Gelbbauchunke und den Bitzwald ohne Sach- oder Ortskenntnis klein zu reden. In den vergangenen Wochen wurden im Bitzwald einige seltene Pflanzen und Tiere entdeckt.

Die ökologischen Verhältnisse in der Waldregion, diesseits wie jenseits der Kreisgrenze, weisen Besonderheiten auf, von deren Bedeutung manch vermeintlich Grüner im Gemeinderat mit Sicherheit keine Ahnung hat. So nennt etwa Max Burger die Bodenvegetation schlichtweg "Unkraut", und die ökologische Bedeutung des Waldbestandes misst er offensichtlich am ökonomischen Holzverarbeitungswert, nicht aber an dem besonderen, einmaligen Zusammenwirken von Boden, Flora und Fauna.

Es gibt keinen "weniger schützenswerten" Nutzwald. Dieser Begriff stammt aus der immer noch allgemein verbreiteten biologischen Unkenntnis der 60iger Jahre. Jeder Wald kann sich durch Gestaltung und Pflege, oder aber auch durch unbeachtete Selbstüberlassung und Eigendynamik in eine ökologische Besonderheit verwandeln.

Es gibt, ökologisch gesehen, keine minderwertigen Flächen, es sei denn sie werden versiegelt. Jene Flächen, die sich selbst überlassen bleiben, entwickeln sich eher zu Gebieten ökologischer Vielfalt als kultivierte Regionen.

Dieser Bitzwald war nun Jahrzehnte lang sich selbst überlassen. Die Region ist von Tonerde, einer weitgehend wasserundurchlässigen Schicht, durchzogen. Dies führt dazu, dass in kleinen Senken, Gräben oder Wagenspuren das Wasser länger steht, eben weil es nicht so rasch versickern kann. Dort haben sich durch die Jahrzehnte besondere Pflanzen- und Tierarten entwickelt, die durch diese Umweltbedingungen begünstigt werden.

Diese Pflanzen und Tiere brauchen feuchte Gebiete für ihren Entwicklungszyklus und spezielle Nährstoffe, die nur in solchen Feuchtgebieten vorhanden sind. Es wurden außer der Gelbbauchunke ( wohlgemerkt nur im Rottweiler Teil des Bitzwaldes!) der noch seltenere Springfrosch, verschiedene Orchideen und wasserliebende Pflanzengruppen sowie verschiedene Libellen gefunden und bildlich dokumentiert. Es gibt in diesem Wald noch vieles zu entdecken, und die Naturschützer, die Anwohner sowie auch andere interessierte Laien und Fachleute sind dabei, diese Erkundung fortzusetzen.

Dieser Wald ist wegen seines sich stauenden Oberflächenwassers auch zugleich das Quellgebiet für das unterhalb gelegene Naturschutzgebiet Schwarzenbach, einem wasserabhängigen FFH-Gebiet. Es gehört zur Natur dieses Gebietes und der Quellregion im Bitzwald, dass es bei Starkregen geflutet wird und dadurch ökologisch selteneren feuchtigkeitsliebenden Tier- und Pflanzenarten die geeigneten Umweltbedingungen schafft.

Im angrenzenden Gebiet Schwarzenbach wurde die Kleine Flussmuschel (Unio crassus) wieder angesiedelt, dort leben Steinkrebs (Austropotamobius torrentium) und die Groppe (Cottus gobio). Es gibt 290 Pflanzenarten und 95 Tierarten neben vielen geschützten Vogelarten.

Die Aufgaben der Gemeinderäte bestehen in der menschlichen Sorge um alle Einwohner Rottweils und die zu erhaltende Landschaft, für die sie Verantwortung übernommen haben. Die Aufgaben der Landesregierung sind nicht die des Rottweiler Gemeinderates.

Eva Kionka-Theobald, Villingendorf

24.07.2010

Offener Brief der Ärzte der Raumschaft Schramberg an die Mitglieder des Kreistags

Sehr geehrte Damen und Herren des Kreisrates,

am 26.7.2010 haben Sie als gewählte Mandatsträger über die Zukunft der medizinischen Versorgung im gesamten Landkreis Rottweil zu entscheiden. Mit Ihrer Entscheidung werden Sie je nach Ausgang die Struktur und damit auch die Qualität der medizinischen Versorgung in den drei Raumschaften des Kreises vollkommen neu gestalten.

Sollte Ihre Wahl auf das Helios-Angebot fallen, würde dies eine deutliche Aufwertung der Krankenhäuser in Oberndorf und Rottweil bedeuten bei gleichzeitigem Verlust der stationären Versorgung in Schramberg. Betrachtet man die Arztdichte der Stadt Schramberg (596 Einwohner je Arzt) und der Raumschaft (820 je Arzt) und die Altersstruktur (44% der Hausärzte und 40% der Fachärzte 60 Jahre oder älter) bedeutet dies für die ambulante medizinische Versorgung der Raumschaft Schramberg nach Wegfall des Krankenhauses in wenigen Jahren einen Grad der wohnortnahen Versorgung, der allenfalls mit einigen ländlichen Gebieten Mecklenburg-Vorpommerns noch konkurrieren kann (6-Jahres-Prognose Arztdichte bei jeweils optimistischer Wiederbesetzungsrate von 15%: Stadt Schramberg 920 Einwohner je Arzt, Raumschaft 1300 je Arzt).

Die Firma Helios hat auch auf Nachfrage weder eine korrekte Analyse noch auch nur ansatzweise ein Konzept erarbeitet, sondern mit falschen Zahlen dieses Problem für nicht existent erklärt. Folglich gibt Helios auch keinerlei konkrete Angebote für Hilfeleistungen ab um dieses Dilemma zu verhindern. Offensichtlich sieht die Firma hier kein wirtschaftliches Potenzial.

Wir wissen, dass Sie sich die Entscheidung nicht leicht machen werden, zumal jeder von Ihnen als Mandatsträger gleichberechtigt das Wohl aller Bürger des Kreises in gerechter Verteilung auch des hohen Gutes einer qualitativ guten, wohnortnahen medizinischen Versorgung im Blickfeld haben wird. Aber gerade in dieser Frage sollten Sie prüfen, ob alle drei Bieter, denen Sie diese Verantwortlichkeit mit Ihrer Wahl in die Hände geben, diese auch in Ihrem Sinne ausüben werden.

Auch wenn diese Aspekte der Gerechtigkeit, Solidarität und Humanität im Kreis in der bisherigen öffentlichen Diskussion zu diesem Thema hinter den ökonomischen Aspekten zurückgetreten sind, fühlen wir die Verpflichtung für unsere Patienten auf diese Werte nochmals mit Nachdruck aufmerksam zu machen. Zumal Sie mit dem Mediclin-Angebot eine Bietervariante zur Auswahl haben, die eine gleiche, gerechte Verteilung der Versorgung der Bevölkerung im gesamten Gebiet mit einem soliden ökonomischen Konzept verknüpft und damit ökonomischen und ethischen Ansprüchen gerecht wird. Wir wünschen Ihnen in dieser Gewissensentscheidung die Kraft und den Weitblick gemäß Ihrem Amt das Beste für alle Bürger des Kreises zu entscheiden.

Dr. Jürgen Winter, für die Ärzte der Raumschaft Schramberg

23.07.2010

Offener Brief des Katholischen Deutschen Frauenbunds Schramberg an die Mitglieder des Kreistags

Sehr geehrte Damen und Herren Kreisräte,

nachdem am 26.07.2010 die Entscheidung über die verschiedenen Modelle des Bieterverfahrens im Kreistag getroffen werden soll, möchten wir Sie persönlich bitten, unsere Überlegungen bei Ihrer Entscheidung zu berücksichtigen. Als Vertretung vieler Frauen aller Altersstufen belastet uns das Thema sehr.

Seit Beginn der Debatte um die Krankenhäuser im Februar letzten Jahres hat sich die Stimmung in Schramberg stark verändert.

Von der ersten Vorstellung des Modells eines Neubaus im Stadtteil Sulgen bis zur Schließung des Krankenhauses Schramberg unter Einrichtung einer Portalklinik und nun zu einem eventuellen Einstieg von Helios, die nicht einmal mehr eine Portalklinik vorsehen, ist es doch ein großer Schritt!

Wir Schramberger fühlen uns bei den Modellen Helios und Kreis-Lösung mit Portalklinik stark benachteiligt, obwohl wir mit unserer Steuerkraft stark zum Wohl des Kreises beitragen. Der Mittelbereich Schramberg wird durch eine Entscheidung, die die Schließung des Krankenhauses Schramberg zur Folge hat, weiter eingeschränkt. Wie schon bei anderen Projekten, wie dem Ringzug, bleiben wir von den Wohltaten verschont! Dies verursacht bei uns mittlerweile Verbitterung und die Erkenntnis, dass man, wenn man zu Beginn seine Vorstellungen nicht bereits mit Drohungen unterlegt, der Eindruck entsteht, dass man mit uns alles machen kann.

Allerdings sind wir auch der Meinung, dass Kreisräte Verantwortung für die gesamte Bevölkerung des Landkreises haben und demnach auch die Belange der Schramberger Bevölkerung berücksichtigen müssen. Diese Belange beziehen sich nicht nur auf die finanzielle Seite! Hätte man das Krankenhaus Schramberg von der Krankenhausverwaltung nicht bereits seit Jahren von den notwendigen Investitionen abgeschnitten, wie vom Gemeinderat der Stadt Schramberg angemahnt, wäre auch jetzt nicht so ein großer Nachholbedarf notwendig.

Grundsätzlich sind wir auf Grund der demographischen Entwicklung der Meinung, dass eine wohnortnahe Versorgung wegen der sich entwickelnden Altersstruktur notwendig ist. Es ist einfach nicht zumutbar, dass sich bei unserer Versorgung mit ÖPNV ältere Menschen zu Besuchen ihrer Familie nach Rottweil oder Oberndorf aufmachen müssen.

Besonders unverständlich ist für uns die beabsichtigte Schließung der Gynäkologie und Geburtshilfe in Schramberg. Selbst eine Vertreter von Helios hat bemerkt, dass für einen Klinikbetrieb viele Geburten notwendig sind. Dies war bisher in Schramberg aber der Fall! Wir befürchten, dass Frauen aus Lauterbach, Tennenbronn, Schiltach und Schenkenzell nicht nach Rottweil zur Entbindung fahren werden, sondern sich ebenso wie die Schramberger Frauen in andere Krankenhäuser umorientieren.

Weiter ist für uns untragbar, dass bei einer Entscheidung für Helios, der Personalabbau nur in Schramberg erfolgen soll. Dass eine Beurteilung, ob es sich rechtlich um einen selbständigen Teilbetrieb handelt oder nicht, bei der Informationsveranstaltung am 13.07.2010 noch nicht vorgenommen worden war, halten wir für unverantwortlich. Eine Entscheidung des Kreistags muss auch die Mitarbeiter berücksichtigen.

Aus all den obengenannten Gründen halten wir das Modell von Mediclin für das Beste. Es benachteiligt die Standorte Rottweil und Oberndorf nicht. Im Vergleich zum Kreismodell sind nach unserer Information auch wesentlich niedrigere Investitionen notwendig und der Kreis ist trotzdem in Verwaltung und Betrieb für die Zukunft entlastet. Ob ein Kreismodell in weiterer Zukunft funktionieren wird, ist nach der bisherigen Erfahrung im Betrieb der Krankenhäuser Rottweil und Schramberg fraglich.

Die Argumente der weiteren Verschuldung des Kreises und der eventuell notwendigen Erhöhung der Kreisumlagen sehen wir sehr wohl. Wir denken allerdings, dass diese Investition genauso notwendig ist, wie andere, von denen andere Teile des Kreises sehr wohl profitiert haben und bei denen wir über die Kreisumlage auch beigetragen haben. Aus Solidaritätsgesichtspunkten kann es nicht sein, dass die Überlegungen, die für diese Projekte gut waren, nun plötzlich nicht mehr gelten sollen. Wir empfinden es ebenfalls nicht als richtig, dass in allen Bereichen eine Zentralisierung in Rottweil vorgenommen wird. Dazu ist die topographische Lage des Landkreises zu schwierig.

Wir setzen uns deshalb eindeutig für die Übernahme der Krankenhäuser Rottweil, Schramberg und Oberndorf durch die Mediclin AG ein und bitten Sie, in diesem Sinne abzustimmen.

Mit freundlichen Grüßen

Katholischer Deutscher Frauenbund
Zweigverein SchrambergDiese Stellungnahme des Katholischen Deutschen Frauenbundes ZV Schramberg wurde in der Sitzung des Frauenbeirats der Stadt Schramberg am 21.07.2010 vorgelesen. Die Rätinnen schließen sich dieser Argumentation einstimmig an.

Der Frauenbeirat vertritt folgende Parteien und Frauenverbände:

CDU-Stadtverband, SPD-Ortsverein, Freie Liste, Polit. Vereinigung Buntspecht Eltern, Kind & Co., Politischer Frauenstammtisch, Kath. Deutscher Frauenbund Schramberg-Tal, Kath. Deutscher Frauenbund Schramberg-Sulgen, Elisabethenverein, Landrauen, Frauenunion, AsF.

23.07.2010

Zu unserem Artikel 'Schrambergs OB Zinell und Gemeinderat legen sich fest: Bitte nicht Helios' hat uns die folgende Zuschrift erreicht:

Die Chance wahrnehmen

Der angestrengte Bieterwettbewerb für die Neuregelung der Krankenhäuser im Landkreis Rottweil war insofern erfolgreich, als hieraus in Form des Angebots der MediClin AG, ein gutes, den Landreis entlastendes und die Beteiligten und Betroffenen befriedigendes, gutes Ergebnis hervorging. Am kommenden Montag trifft der Kreistag nun seine Entscheidung, eine Entscheidung von überaus großer Bedeutung.

Die ausgestreckte Hand zur Lösung der bestehenden Probleme, nämlich das Angebot der MediClin AG, welches bekanntlich die Erhaltung aller drei im Kreis befindlichen Krankenhäuser vorsieht, sollte unbedingt ergriffen werden.

Die große Teilnahme der Bevölkerung der Raumschaft Schramberg, insbesondere an der letzten Informationsveranstaltung mit Präsentation der drei Varianten hat deutlich gezeigt, wie sehr sie sich mit ihrem Krankenhaus in Schramberg personifiziert und das mit Recht.

Viele örtliche und überörtliche Aktivitäten im Vorfeld dieser weitreichenden Entscheidung ließen die Bedeutung des Erhalts des Krankenhauses in Schramberg deutlich erkennen. Wie könnten es die für die Belange der gesamten Bevölkerung des Kreises gewählten auswärtigen Abgeordneten des Kreistags verantworten, das Angebot der MediClin AG auszuschließen und eine unnötige Schließung des hiesigen Krankenhauses herbeizuführen?

In diesem Falle würde die nachhaltig wirkende, starke Schwächung einer ganzen bevölkerungsreichen, wirtschaftlich starken Region mit 40.000 Menschen bewusst in Kauf genommen und deren Willensbildung einfach ignoriert und dies zur einseitigen Vorteilnahme von Rottweil und Oberndorf.

Im Vorfeld der Entscheidung sollte sich der Kreistag im Klaren darüber sein, dass das Angebot von Helios in seiner Gesamtheit letztlich einfach unseriös ist und die angesprochene öffentliche Variante letztlich nur ein Weitergewurschtel auf Zeit in bisheriger Manier darstellt. Man sollte die Betreibung der Krankenhäuser in die Hände von erfahrenen Fachleuten, wie sie die MediClin AG nun einmal hat, geben und auf die Empfehlungen von deren guten, qualifizierten Referenzen hören.

Alles andere wäre eine große Gelegenheit versäumt und eine gebotene Chance verpasst zu haben. Eine einmal getroffene Fehlentscheidung wäre fatal und die durch sie unnötig aufgerissenen Gräben, wenn überhaupt, nur schwer zu schließen.

Jürgen Mink, Schramberg

23.07.2010

Zu unserem Artikel 'Broß legt sich in Sachen Krankenhaus fest: auf die für Rottweil günstigste Lösung' hat uns die folgende Zuschrift erreicht:

Sozialstaat geht anders!

Das wäre schon ein starkes Stück an Politik und stark ist hier nicht im positiven Sinne gemeint. Würden sich die Kreisräte am Montag für Helios entscheiden, würden sie sich auch für einen Abbau von 360 Arbeitsplätzen entscheiden und um es hervorzuheben, das sozialunverträglich. Sozialstaat geht anders! Man würde mit gutem Beispiel vorangehen und wird mal wieder in der privaten Wirtschaft gekündigt, wäre ein Aufschrei seitens der Politik völlig unglaubwürdig. Sozialstaat geht anders!

Sie würden sich gegen eine gute medizinische Versorgung der Raumschaft Schramberg entscheiden. Sozialstaat geht anders! Sie würden sich outen, outen als Kreisräte, die eigentlich gar keine sind, sondern Regionsräte und Bürgermeister, denen wohl nur ihre Finanzen wichtig sind. O-Ton Herr Broß, Bürgermeister Rottweil, stimmen sie für Helios, damit meine Kreisumlage nicht steigt. Ob Herr Broß diese Meinung wohl auch hätte ginge es um die Arbeitsplätze am Krankenhaus Rottweil? Man sollte ihn mal fragen als Bürger von Rottweil. Als Kreisrat steht man in der Verantwortung für alle Bürger eines Kreises, und nicht nur für seine Region, seine Gemeinde.

Jahrelang wurde das Krankenhaus Schramberg an die Wand gewirtschaftet, Fehler wurden gemacht und Investitionen verschlafen und das unter der Leitung eines Aufsichtsrates, der hauptsächlich aus Kreisräten besteht. Es ist endlich an der Zeit, das die Politik sich diese Fehler eingesteht, aber auch für diese Fehler geradesteht! Und das kann nicht heißen, das die Bürger und Bürgerinnen der Raumschaft Schramberg bzw. die Mitarbeiter aus Schramberg dafür geradestehen. Für Fehler die man macht muss man geradestehen und das auch finanziell, das gilt auch für die Politik.

Bei einer Entscheidung für Helios gegen Mediclin würden die Keisräte beweisen, dass nicht nur auf Bundesebene die Politik vom kleinen Manne inzwischen weit, weit weg ist, sondern, das dies auch schon auf Kreisebene soweit ist. Man darf sich dann nicht wundern, wenn ein tiefer Graben in diesen Kreis gezogen wird, und erste Gedanken über ein Bürgerbegehren zur Abspaltung aufkommen.

Man kann nur hoffen, das die Kreisräte sich am Montag ihres Amtes und ihrer Verantwortung bewusst sind. Nämlich für alle Bürger und Bürgerinnen des Kreises Verantwortung zu tragen. Nicht viel öffentliches hat man gehört von den Räten aus Oberndorf und Rottweil in der vergangenen Zeit. Da darf man gespannt sein, ob man wenigstens die Courage hat und Manns genug ist öffentlich abzustimmen.

Frank Staiger, Lauterbach

23.07.2010

Andersrum wird ein Schuh draus

Zum Leserbrief "Ich habe diese Regierung nicht gewählt!"

Sehr geehrter Herr Burger,

schön, dass Sie sich so für Ihre Partei einsetzen, denn nach der Wahl ist bekanntlich immer vor der Wahl. Also muss man früh mit dem Wahlkampf beginnen, aber diesen auf dem Rücken besorgter Bürger auszutragen geht in meinen Augen einfach zu weit. Sie schieben den Schwarzen Peter für das schlechte Ergebnis Ihrer letzten Wahl auf die Wählerinnen und Wähler die auch Bürger dieser Stadt sind.

Sollten Sie nicht die Schuld bei sich selbst und Ihrer Partei suchen, die es einfach nicht geschafft hat, ihr Programm oder auch ihre Ideen den Wählerinnen und Wählern nahezubringen? Ich denke, so wird ein Schuh daraus. Und bei einer Landtagswahl geht es immer auch um ein Gesamtkonzept und nicht nur um Einzelentscheidungen, also haben die Bürger für sich den besten Weg gewählt.

Mit freundlichen Grüßen
Ralf Menzel, Zimmern

21.07.2010

Zu unserem Artikel 'Bürgerversammlung: Ein langer Abend der Argumente gegen das "Broßgefängnis"' hat uns die folgende Zuschrift erreicht:

Ich habe diese Regierung nicht gewählt!

Mein basisdemokratisches Herz ist hoch erfreut über diese leidenschaftlich geführte JVA-Debatte, doch leider kommt das bewundernswerte Bürgerengagement ein paar Jahre zu spät.

Hätten sich doch Initiatoren und Mitglieder der Bürgerinitiative gegen ein Großgefängnis in Rottweil und des Vereins zur Erhaltung der Natur- und Kulturlandschaft mit dem gleichen persönlichen und finanziellen Einsatz bereits an den Kommunalwahlen beteiligt, sähen jetzt aus den Gremien heraus ihre Mitsprachemöglichkeiten ganz anders aus. Wer zu spät kommt …

Noch mit der Landtagswahl 2006 hätte die Möglichkeit bestanden, der gesamtgesellschaftlichen Aufgabe Justizvollzug einen anderen Anstrich zu geben. Die Grünen im Landtag hatten damals bezüglich Größe und Dezentralität, ähnliche Argumente wie heute die BI.

Von überzeugend vielen Wählerinnen und Wählern - auch aus Zepfenhan und Neukirch - wurde aber diese Landesregierung bestätigt, die dann 2007 ihr Haftplatzentwicklungsprogramm verabschiedete.

Ich bin Demokrat genug, um Mehrheitsentscheidungen zu akzeptieren, wie weh sie auch immer tun mögen. Es ist aber nur zu menschlich, wenn ein Bürgermeister, dessen Amtszeit in drei Jahren endet, sich heute dort einordnet, wo er Mehrheiten wittert. Der anstehenden Landtagswahl wegen, wäre es sicher auch für einen Grünen aus wahlstrategischem Kalkül das Gebot der Stunde, sich in dieser BI zu engagieren.

Anderes als der ansonsten sehr geschätzte MdL und Landrat eines östlichen Nachbarkreises, bin ich aber der Überzeugung, dass sich in Anbetracht unerträglicher Haftbedingungen in desolaten regionalen Vollzugsanstalten solche parteitaktischen Spielchen verbieten. Es handelt sich bei Strafgefangenen um Menschen und beim beabsichtigten JVA-Neubau um ein längst überfälliges Jahrhundertprojekt.

Wir haben es hier mit großen sozialpolitischen Weichenstellungen zu tun, aus denen es das Beste zu machen gilt. Daher sollten wir jetzt gemeinsam und ohne Zeitdruck alle Chancen nutzen, konstruktiv an der Standortoptimierung, an Dimensionierung, Inhalten, Ausprägungen, Abläufen dieser neuen JVA mit zu gestalten. Vorurteile waren gestern!

Max Burger, Rottweil

21.07.2010

Zu unserem Artikel 'Ausschließlich Schramberger Krankenhauspersonal betroffen' hat uns die folgende Zuschrift erreicht:

Offener Brief an alle Kreistagsmitglieder

Liebe Selma, liebe Ruth, liebe Kollegen im Kreistag, wenn wir Menschen in die letzten Jahre unseres Lebens kommen, leiden wir oft an lebensgefährlichen Erkrankungen, die dann oft auch unsere letzten Krankheiten sind. Es handelt sich um Volkskrankheiten wie zum Beispiel: Herzschwäche, Schlaganfallfolgen, Herzinfarktfolgen, Zuckerkrankheit, Gefäßkrankheiten, oder mit Rauchen und mit Alkohol verbundene Krankheiten. Diese Krankheiten sind, wenn sie ohne weitere Komplikationen verlaufen, standardmäßig, fast möchte man sagen „einfach“ zu behandeln. Was natürlich beileibe nicht meint, dass es sich um harmlose Krankheiten handelt.

Die meisten dieser Volkskrankheiten können gut und ohne Minderung der Qualität in kleinen Krankenhäusern der Grundversorgung behandelt werden. Zum Beispiel in den Krankenhäusern Schramberg, Oberndorf oder Rottweil. Die Therapie in einer fernen, großen Klinik würde nicht anders aussehen. Es ist bekannt, dass über 50 Prozent der Menschen Angst haben, wenn sie in ein Krankenhaus eingewiesen werden. Bei alten Patienten ist der Anteil derer, die Angst haben sicher noch höher, was ja auch vor dem Hintergrund der Lebensjahre des Patienten und der Lebensbedrohlichkeit der Erkrankung nicht unbegründet ist.

Kommt man nun mit einer solchen Erkrankung in ein wohnortfernes, fremdes Krankenhaus, so ist es nicht verwunderlich, wenn die Angst zunimmt. Jeder Mensch, der einmal in einem ihm fremden Krankenhaus als Patient war, weiß, wovon ich rede. Man fühlt sich da recht klein und unbedeutend. Kommen wir dagegen in das uns bekannte, in „unser Krankenhaus“, so trägt dies sicher zur Minderung unserer Ängste bei. Wir kennen ja das Haus, wir wissen wo diese oder jene Krankenschwester wohnt, wir kennen einige Ärzte. Unsere Angehörigen und Freunde können uns ohne Probleme besuchen, sie wohnen ja nicht weit weg.

Unser Kreisrat hat nun zu entscheiden, ob den Leuten in Schramberg und Umgebung dieses Stück Menschlichkeit, „ihr Krankenhaus“ genommen wird oder ob sie es, wie dies das Konzept MEDICLIN vorsieht, weiter behalten dürfen. Eines sollten Sie bei Ihrer Entscheidung bedenken: der Altersdurchschnitt unseres Gremiums dürfte die 50 deutlich überschreiten: In etwa 10 Jahren gehören sehr viele von uns zu den „Alten“, die an den oben genannten Krankheiten leiden und manchmal auch ins Krankenhaus müssen!!!

Stimmen Sie für die menschlichste Lösung, stimmen Sie für das Konzept von MEDICLIN. PS: Ich weiß, wovon ich rede, ich bin seit 33 Jahren Arzt und arbeite jetzt seit Juni 2009 wieder in der Inneren Abteilung im Krankenhaus Schramberg als angestellter Assistenzarzt (nicht Honorararzt!). Es gehört sicher zu den schönsten Seiten des Arztberufes, wenn Patienten unser Schramberger Krankenhaus loben und mir sagen, dass sie mit der Behandlung zufrieden waren.

Herzlichst, Ihr Werner Klank, Schramberg

21.07.2010

Zu unserem Artikel 'Ausschließlich Schramberger Krankenhauspersonal betroffen' hat uns die folgende Zuschrift erreicht:

Portal-Klinik kann Notfall-Versorgung nicht leisten

Kreisräte in verschiedenen Fraktionen meinen, dass auch den Menschen aus dem Westteil des Landkreises Rottweil aus Gleichstellungs-Gründen eine wohnortnahe Krankenhaus-Versorgung zusteht. Wir im Raum Schramberg-Schiltach wollen nicht hinnehmen, dass in den Kommunen im Bezirk Schramberg-Schiltach wegen langjährig unterlassener medizin-technischen Weiter-Entwicklung des Schramberger Krankenhauses dieses Haus wegen des in Jahrzehnten schleichend angewachsenen Investitions-Staus in eine zweitklassige Portal-Klinik umgewandelt, reduziert oder ganz geschlossen wird.

Eine Portal-Klinik ist kein vollwertiges Krankenhaus. Dort beschäftigte Ärzte sind in der Regel nicht die beste Wahl, weil ein guter Arzt lieber in einem vollwertigen Krankenhaus mit anspruchsvoller Medizin beruflich befriedigend arbeitet. Für junge Ärzte ist dieser Krankenhaus-Typ nicht annehmbar, weil diese dort keine Weiterbildungs-Chancen haben.

Arzt-Arbeitsplätze in einer provinziellen Portal-Klinik zu besetzen ist immer schwerer als in einem richtigen Krankenhaus. Ein privater Betreiber kann solche unattraktiven Arzt-Arbeitsplatz-Nachteile mit einer besseren Dotierung versüßen. Ein kommunaler Krankenhaus-Betreiber muss aus Gleichbehandlungs-Gründen die Ärzte in allen seinen Krankenhäusern nach dem gleichen Tarif bezahlen. Wenn sich im Zuge des sich in Deutschland eher verstärkenden Ärzte-Mangels keine ausreichend qualifizierten Ärzte für die Portal-Klinik bewerben, dann ist die Schließung des zweitklassigen Krankenhaus-Typs "Portal-Klinik" wegen nicht ausreichender Arzt-Besetzung schon in den nächsten Jahren abzusehen. Dazu kommt, dass die kleinen Fall -Entgelte der Krankenkassen in Portal-Kliniken wirtschaftlich eher unterdurchschnittlich sind und daraus zwangsläufig neue Verluste ausgelöst werden.

Für alltägliche Notfälle brauchen die Einwohner im West-Teil des Landkreises genauso wie die Menschen aus anderen Bereichen des Landkreises eine schnell erreichbare 24-Stunden-Notfall-Versorgung in einem nahe liegenden Voll-Krankenhaus. Eine Portal-Klinik kann eine Erfolg versprechende Notfall-Versorgung wegen fehlender chirurgisch operativer Kapazität und mangelnder ärzlticher Kompetenz nicht leisten Ärzte und ihre Patienten werden sich gemeinsam scheuen, sich für eine Einweisung in eine Portal-Klinik zu entscheiden. Durch seinen hohen Standard in der Krankenhaus-Hygiene in der Beherrschung von MRSA und anderen Krankenhaus-Infektionen hat das Schramberger Krankenhaus sich bundesweit auch im Fernsehen mit Recht einen ausgezeichneten Ruf erworben.

Eine Reduzierung der Krankenhaus-Versorgung im Raum Schramberg beeinträchtigt in der Folge die ambulante ärztliche Versorgung in Schramberg und Umgebung, weil sich dann eher weniger Ärzte in einer Stadt mit lückenhaftem medizinischem Umfeld niederlassen. Ein bestehendes funktionierendes Krankenhaus in einer Stadt und einem Umfeld von über 40.000 Einwohnern ist für die ein unentbehrlicher Standort-Faktor nicht nur für die Menschen sondern auch für die regionale Wirtschaft, ein oft entscheidender Grund, dort einen Arbeitsplatz anzunehmen oder nicht, wenn dort kein Krankenhaus vorhanden ist. Im sich verstärkenden Wettbewerb der Städte um Neu-Bürger muß ein Raum Schramberg ohne oder nur mit Mini-Krankenhaus befürchten, gegenüber Kommunen ohne diesen Standort-Nachteil ins Hintertreffen zu geraten.

Das Angebot der Helios-Kliniken ist für den Landkreis nicht akzeptabel, weil Helios die Gesundheits-Versorgung im Schramberger Krankenhaus ersatzlos beenden will. Wir Kreisräte sind für alle Menschen im Kreis verantwortlich und nicht nur für die aus unserem eigenen Kreis-Bezirk. Die Massen-Entlassung der mehr als 300 Schramberger Krankenhaus-Mitarbeiter kann nicht verantwortet werden.

Die kommunale Lösung mit dem Klein-Krankenhaus "Portal-Klinik" in Schramberg kann den Menschen im westlichen Teil des Landkreises nicht zugemutet werden. Dazu kommt, dass der Kreis weiterhin die jahrzehntelange Gefahr hinnehmen muß, auch weiterhin mehr oder weniger mit den auch in der Zukunft zu erwartenden kommunal begründeten Verlusten belastet zu sein.

Die einzig akzeptable Offerte der Mediclin garantiert für den ganzen Landkreis eine gute Kranken-Versorgung in allen Häusern. Im nahe liegenden Lahr wurden in der dortigen Mediclin-Herzklinik bei Verwandten von uns lebensbedrohliche Krankheitsbilder mit hohem medizinischen Können abgewendet. Die Kosten für den Kreis halten sich in Grenzen und sind im Vertrag festgeschrieben. Ein großer Teil von denen ist für die Aufarbeitung der schon länger in Schramberg unterlassenen oder vernachlässigten medizinischen und technischen Weiter-Entwicklung des Schramberger Krankenhauses vorgesehen. Die meisten der durch die anderen Varianten gefährdeten Schramberger Arbeitsplätze bleiben bei Mediclin erhalten, und es werden die finanziellen, standort-schädigenden und moralischen Belastungen durch die in den zwei anderen Lösungen nur auf Schramberg konzentrierten Massen-Entlassung verhütet.

Dazu kommt, dass traditionell aus dem Raum Schramberg-Schiltach pro Einwohner ein überdurchschnittlicher pro Kopf wesentlich höherer Teil der Kreis-Umlage kommt. Es kann nicht sein, dass der West-Teil des Landkreises einen hohen Anteil der Kreis-Finanzen abliefert und als Gegenleistung seine Krankenhaus-Versorgung im schlimmsten Fall weggenommen oder die nicht hinnehmbar beschnitten werden soll.

Der Landkreis Rottweil hat es sehr nötig, den Menschen im Westen eine gerechte Identifikation mit ihrem Landkreis zu ermöglichen und die Gräben zwischen der Kreisstadt und dem Raum Schramberg harmonisch ohne Benachteiligung des Westens eher zu glätten als zu verstärken = die Menschen in Schramberg sollen sich im Landkreis mit voller Überzeugung gleichberechtigt mit den Bürgern aus anderen Kreis-Bereichen wohl fühlen.

Karl Langenbach, Schramberg

21.07.2010

Zu unserem Artikel 'Ausschließlich Schramberger Krankenhauspersonal betroffen' hat uns die folgende Zuschrift erreicht:

Raus aus Rottweil

Vor 55 Jahren bin ich mit meinen Eltern nach Schramberg gekommen. Ich war in dieser Zeit mit Ausnahme von Studium und Ausbildungen immer hier wohnhaft. Als nach Ende meines Studiums und der Meisterschule meiner Frau die Frage anstand, wohin wir gehen, stand für uns beide außer Frage: Es kann nur Schramberg sein. Wir leben seither hier, es gefällt uns sehr, wir haben hier Freunde und Bekannte, eine tolle Umgebung, viele besonders nette Menschen.

Seit einiger Zeit beobachten wir mit Sorge, dass unsere Gemeinde immer mehr vom Landkreis untergebuttert wird, ich denke dabei an den Abzug von Ämtern, die Millionenausgaben für den Ringzug (zum Ausgleich wurde versucht, den ASB abzuschaffen) und jetzt, als Krönung des Ganzen, die Absicht, uns unser Krankenhaus wegzunehmen. Und dies nicht nur uns sondern auch den Umlandgemeinden, die zusammen mit Schramberg der Hauptfinanzier des Kreises sind.

Es gibt eigentlich nur eine Lösung: Wir verlassen den Landkreis Rottweil und schließen uns dem Ortenaukreis an. Sollen doch die Rottweiler Beamten und Handelsketten unter sich bleiben. Ich habe mit einigen meiner Freunde die Bereitschaft diskutiert, mitzuarbeiten und überwältigende Zustimmung erfahren. Außerdem habe ich völlig willkürlich Leute gefragt, ob sie ein derartiges Bürgerbegehren unterstützen würden, und auch hier von weit über 90 Prozent ein ‚Ja‘ bekommen. Außerdem wurde die allgemeine Bereitschaft signalisiert, diese Aktion aktiv auch finanziell zu unterstützen.

Ich behaupte, dass innerhalb von maximal 2 Wochen die nötigen Unterstützeranzahl für eine Bürgerbegehren zustande käme, und beim Bürgerentscheid weit mehr als die Hälfte der Wahlberechtigten mit ‚Ja‘ stimmen werden. Wir lassen uns auch nicht von den Ängstlichen, die erzählen, dass das nicht ginge oder nicht zulässig sei, ins Bockshorn jagen.

Wir stimmen ab und wollen dann mal sehen, wer es wagt, ein überwältigendes Bürgerbegehren unterzubuttern. Die Wut ist gewachsen, jetzt ist es Zeit zu Handeln. Ich bin bereit, die Aktion zu koordinieren und unter hansmichaelmarx@web.de dankbar für Anregungen und Angebote, mitzuarbeiten, wobei ich keineswegs irgendeine Führungsrolle beanspruche.

Deshalb ‚Raus aus Rottweil‘. Ich denke, auch die Umlandgemeinen werden eine ähnliche Aktion starten, denn wer will schon sterben, nur weil das Krankenhaus zu weit entfernt ist.“

Hansmichael Marx, Schramberg

20.07.2010

Zu unserem Artikel 'Ausschließlich Schramberger Krankenhauspersonal betroffen' hat uns die folgende Zuschrift erreicht:

Rechnung ohne den Wirt

Es ist wohl kaum zu erwarten, daß die Patienten vom westlichen Teil des Rottweiler Landkreises in der Mehrzahl nach Rottweil oder Oberndorf gehen, wenn das Schramberger Krankenhaus zur Portalklinik reduziert oder ganz geschlossen werden sollte.

Man würde sich nach Wolfach, Offenburg oder Villingen-Schwenningen orientieren, was vielfach sogar näher gelegen ist und schon heute vom medizinischen Angebot her teilweise eine bessere Alternative darstellt. Bei einer Entscheidung gegen MediClin würde dieser Personenkreis erst recht dauerhaft abwandern, solange man noch die freie Wahl des Krankenhauses hat und nicht auch hier irgendwann als Bürger entmündigt wird.

Wenn also die Kreisräte nicht die einzige gerechte Entscheidung (MediClin) für Alle herbeiführen, müssen sie damit rechnen, daß die Patienten in der Folge selbst für eine Korrektur sorgen. Und das könnte teuer werden. Für den Landkreis.

PS: Der zweite, weitaus wichtigere Aspekt betrifft das Schicksal der Menschen im Raum Schramberg/Schiltach, nämlich diejenigen Kranken, für die manchmal wenige Minuten (über-)lebensentscheidend sein können, bis eine klinische Versorgung erreicht wird. Und außerdem bis zu 364 Arbeitnehmern im Schramberger Krankenhaus gekündigt werden soll. So eine schreiende Ungerechtigkeit kann einfach nicht hingenommen werden! Die Entscheidungsträger sollten sich am 26. Juli ihrer besonderen Verantwortung bewußt sein.

Bodo Lembcke, Schiltach










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