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Shana Tova! Alle guten Wünsche vereint diese Bildkachel im Rottweiler Betsaal der Israelitischen Kultusgemeinde.
Foto: Zimmermann
02.10.2008, 08:00:32 Uhr

Guten Rutsch ins Jahr 5769 - mit der neuen Zeitung „Shalom“

Israelitische Kultusgemeinde feiert Neujahr


Von Michael J. H. Zimmermann

ROTTWEIL, 2. Oktober - "Shana Tova!" Mit besten Neujahrswünschen empfangen sich und ihre Gäste am Montag die Juden der Region Rottweil/Villingen-Schwenningen: "Shana Tova Umetukah!" Ein gutes, süßes soll das neue Jahr werden.

Zu klein ist der Betsaal für die rasch wachsende Israelitische Kultusgemeinde Rottweil / Villingen-Schwenningen, in dem sich die Gläubigen drängen: über 40 Männer und noch mehr Frauen. Da wird der Wunsch nach einer neuen Synagoge genährt - nicht nur bei der rührigen Geschäftsführerin Tatjana Malafy. Ob die Alte Synagoge in der Kameralamtsgasse infrage kommt?

Werner Kessl und seine Mitstreiter setzen sich dafür ein. Vorsteher Anatoliy Raykhelhauz aber kann die neue Gemeindewochenzeitung „Shalom“ vorstellen, die (noch) auf Russisch erscheint: Den zur Lesung bestimmten Abschnitt der Tora enthält sie, Gemeindenachrichten, Berichte über das Leben in der neuen Heimat, die hoffentlich eine solche ist, Kulturnachrichten – und jüdische Witze. Da ruft Rabbiner Jehuda Vendrov aus Straßburg zum Gottesdienst.

Aus dem Machsor wird gebetet; Psalm 24 auch; die heiligen Gesänge erklingen vor der Tora: "Sh'ma Israel, adonai eloheinu, ..." Höre, Israel, auf den Gott, der der einzige ist! Am Beginn (Kopf) des Jahres, an Rosch ha Shana, da die zehn ehrfurchtsvollen Tage beginnen, die Jamim Noraim, die mit dem Versöhnungsfest Jom Kippur enden.

Die rabbinische Literatur beschreibt diesen Tag als einen des Gerichts: So sieht der Rabbiner drei Bücher, die geöffnet liegen vor Gott, darin die Taten verzeichnet sind der Zadikim, der Gerechten; die der Mittelprächtigen, die der Bösen. Und er weist darauf hin, daß ein jüdisches Gebet das Gericht über sich selbst sei, was G'tt wohlgefällig sei. Es bleibt der Ruf zu solcher Jüdischkeit – auf dass der Gericht Haltende die Anwesenden in das erste einbinden möge Dann lädt er zum Mahl; er spricht den Kiddusch über einen Becher Wein, um die Heiligkeit des Tages hervorzuheben.

Es beginnt mit symbolischen Speisen: 162 Tage nach dem Beginn des Pessachfestes werden Apfelstückchen in Honig getaucht, dass es ein süßes werde; Gelbe Rüben werden gereicht, "Mehren", auf dass das jüdische Volk sich vermehre - erst nach der Vermählung bei anderem Festmahl, versteht sich; Frucht soll es tragen so viel wie der Granatapfel Kerne; wie die Fisch', die verspeist werden, sollen die Jidden sich tummeln ...

"Guten Rutsch!" wünschen sich zu Neujahr deutsche Christen, auch hier in der Wegspur ihrer älteren Brüder, die auf jiddisch sich zuriefen und wieder rufen: "Gut Rosch!" Fröhlich wird die Feier - und im kommenden Morgengottesdienst Shofar geblasen, den Anfang der Schöpfung zu preisen. Des Widderhorns Klang verkündet Gott als den König des Universums. Er ruft auf, zu erwachen, zu bereuen, zu Gott zurückzufinden: Er erinnert an das Blasen des Shofar am Berg Sinai, als das erwählte Volk Gottes Gebote annahm. Für immer. Shana Tova.









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