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"Im Alltäglichen vom Wunderbaren angeregt werden": Pierre Stutz in Rottweil.
Foto: pm
24.01.2009, 16:31:30 Uhr

Vortrag beim Bildungswerk

Pierre Stutz – Mystik als Lebensstil


ROTTWEIL, 24. Januar (pm) - Großes Interesse und Zuspruch fand der Vortrag des Katholischen Bildungswerks mit dem Schweizer Theologen und erfolgreichen Buchautor Pierre Stutz. „Geborgen und frei – Ermutigungen für ein mystisches Christsein“ lautete das Thema und einleitend machte Stutz deutlich, dass in jedem Menschen eine mystische Lebensspur angelegt sei, die es zu erkennen und sich zur Nahrung zu machen gelte.

In der christlichen Mystik gehe es darum, einen unmittelbaren Zugang zu Gott zu finden und dies könne im alltäglichen Tun geschehen wie auch in der Meditation und Kontemplation. „Im Alltäglichen vom Wunderbaren angerührt werden“, so beschreibt Stutz sein Verständnis von Mystik.

„Wir alle kennen Momente in unserem Leben, in denen Zeit und Raum wie aufgehoben erlebt werden, wo wir tief angerührt sind – vom Glück oder auch vom Schmerz“. Im Verlauf des Vortrags stellte er seine zwölf unterschiedlichen Mystik-Ermutigungen vor: "sei einfach da, staune über die Wunder der Schöpfung, werde du selbst, setze dich ein für Gerechtigkeit, verweile im Schweigen, wage Konflikte, bewege dich mit Leib und Seele, entfalte dein Mitgefühl, erfahre Sinn im Alltäglichen, lerne zu sterben ,bleibe lebendig, lass dich in Liebe verwandeln.

Diese ermutigenden Botschaften brachte Stutz in Verbindung mit den Biografien von sechzig Mystikerinnen und Mystikern, von Meister Eckhart über Teresa von Avila bis hin zu Dorothee Sölle und Dietrich Bonhoeffer. In diesen Biografien lasse sich viel Widersprüchliches finden, aber es lassen sich noch viel mehr Schätze entdecken, die den Menschen zu einem befreiteren Leben und Selbst führen können. Diese besonderen Menschen durch die Jahrhunderte hindurch dienen Stutz als Zeugen für eine Mystik, die unsere Zeit, unsere Gesellschaft, unsere Kirche heute dringend brauche.

Um sich darauf einzulassen und einen ersten Schritt zu tun, helfen Zwischenräume, entschleunigte Zeiten im Leben. „Wir sollten die Langsamkeit wieder mehr einüben, uns der Langeweile – im wörtlichen Sinne – stellen. Aber es gibt kein Rezept und keine Garantie, dass ich dann einen Zugang zur Tiefe meiner selbst und des Lebens finde. Letztlich bleibt diese befreiende Erfahrung ein Geschenk“ – mit diesem Satz beschließt der Pierre Stutz einen Mut machenden Abend.









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