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Polizeihauptmeister Helmut Koschnike von der Autobahn- und Verkehrspolizei Zimmern bei der Entnahme der Fahrerkarte aus dem digitalen Kontrollgerät.
Foto: pz
04.03.2010, 09:12:15 Uhr


Ermittlungsverfahren gegen Transportunternehmen

Schwerverkehr im Visier der Polizei


KREIS ROTTWEIL, 4. März (pz) - Nachdem Beamte der Autobahn- und Verkehrspolizei ein umfangreiches Ermittlungsverfahren gegen ein Transportunternehmen abgeschlossen haben, müssen sich jetzt vier Fahrer sowie der Geschäftsführer des Unternehmens in insgesamt 14 Fällen wegen der Fälschung beweiserheblicher Daten und Urkundenfälschung verantworten.

Einer der Fahrer war bei einer Schwerverkehrskontrolle aufgefallen, weil er die Fahrerkarte eines anderen Fahrers in seinem digitalen Kontrollgerät verwendet und dadurch über seine tatsächlichen Fahrzeiten hinweggetäuscht hatte. So wurden insbesondere vorgeschriebene Ruhezeiten in unzulässiger Weise verkürzt. Im Rahmen der Ermittlungen, bei dem sich das Unternehmen sehr kooperationsbereit zeigte, konnten die weiteren Verstöße schließlich nachgewiesen werden.

Die Polizei geht in dem geschilderten Fall davon aus, dass in diesem Unternehmen nicht systematisch manipuliert wurde, da die Disposition der einzelnen Fahrten so ausgelegt ist, dass sie auch bei Einhaltung der arbeitszeitrechtlichen Bestimmungen zu schaffen sind.

Dies ist beileibe nicht immer so, wie die Spezialisten der Autobahn- und Verkehrspolizei Zimmern wissen. Durch die wirtschaftliche Lage sehen sich Transportunternehmen mit ihren Fahrern einem immer größer werdenden Konkurrenzdruck ausgesetzt. Dies hat teilweise zur Folge, dass Fahrer nicht nur gegen ihre Vorschriften verstoßen, sondern auch nicht vor Manipulationen des Kontrollgerätes zurückschrecken.

Davor warnt die Polizei ausdrücklich, denn zu lange Lenkzeiten ohne die notwendigen Pausen führen immer wieder zu schweren Unfällen, weil die Fahrer unaufmerksam werden oder gar hinter dem Steuer einnicken.

Um noch wirksamere Kontrollen durchführen zu können, kommt seit 2006 im gewerblichen Güter- und Personenverkehr das digitale Kontrollgerät zur Aufzeichnung der Lenk- und Ruhezeiten zum Einsatz. Die Polizei kann hier mit ihrer umfangreichen Ausstattung Manipulationen auf einfache Weise festzustellen. Die digitale Technik der neuen Kontrollgeräte ermöglicht den Polizisten die schnelle rückwirkende Kontrolle eines Fahrerjahres. Somit haben schwarze Schafe mittlerweile einen schweren Stand, ihre unverantwortliche Fahrweise zu verheimlichen.





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