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14.12.2009, 00:00:34 Uhr


Rund 100 Suchkräfte durchkämmten Wald bei Oberndorf

+++aktualisiert+++ Vermeintlich hilfloser Mann sitzt im Wirtshaus


OBERNDORF, 13. Dezember (mwü) - Ein Großeinsatz von DRK, Bergwacht, Feuerwehr und Polizei hat am Sonntagabend für Aufsehen in Oberndorf gesorgt. Rund 100 Einsatzkräfte durchkämmten ein Waldstück, nachdem ein Mann per Notruf mitgeteilt hatte, in eine hilflose Lage geraten zu sein. Gegen 23 Uhr kam die Entwarnung: Die Polizei nahm den Mann in Gewahrsam, er saß in einer Gaststätte.

Ersten Informationen der Polizei zufolge hatte der Mann am Abend einen Notruf abgesetzt. Gegenüber der Rettungsleitstelle in Rottweil habe er angegeben, sich in einem Waldstück bei Oberndorf-Lindenhof aufzuhalten. "Er sagte, dass er sich in einer hilflosen Lage befinde. Daraufhin ist die Verbindung abgebrochen", so ein Beamter der Polizei in Oberndorf.

Ein Mann in einer vermeintlich hilflosen Lage, verirrt im Wald, bei bitterkalten Temperaturen - mit diesen Informationen begann ein Großeinsatz, an dem rund 100 Kräfte des Roten Kreuzes mit zahlreichen Bereitschaften und Hunderettungsstaffeln, die Bergwacht sowie Kräfte von Feuerwehr und Polizei beteiligt waren.

Suchmannschaften durchkämmten das Waldstück, in dem der Mann angegeben hatte, sich zu befinden. Zur Suche aus der Luft wurde ein Polizeihubschrauber angefordert, der über Oberndorf kreiste.

Ein gleichermaßen überraschendes wie plötzliches Ende nahm der Einsatz schließlich gegen 23 Uhr: Der Polizei gelang es, den Aufenthaltsort des Mannes zu ermitteln - er saß in einer Gaststätte, dort griffen ihn Polizeibeamte auf.

Nähere Hintergründe, etwa ob der Mann die Rettungskräfte bewusst genarrt hatte, waren zunächst nicht bekannt. Am Nachmittag meldet die Oberndorfer Polizei:

"Versuche, das Handy des vermeintlich Hilflosen zu orten, führten zu keinem Ergebnis, da er dieses abgeschaltet hatte.

Knapp dreieinhalb Stunden später teilte die Wirtin einer Oberndorfer Gaststätte, die von dem Sucheinsatz erfahren hatte, der Polizei mit, dass der Gesuchte soeben ihr Lokal betreten hatte. Während der Suche nach ihm war er zu Fuß unterwegs gewesen und hatte auch bemerkt, dass DRK-Fahrzeuge und der Hubschrauber unterwegs waren, jedoch nichts unternommen, um auf sich aufmerksam zu machen.

Das Motiv des Mannes für den Anruf ist noch unklar, gegen ihn wird wegen des Missbrauchs von Notrufen ermittelt. Unter Umständen kommen einige Rechnungen über die bei der Suche entstandenen Kosten der einzelnen Institutionen auf den Mann zu."



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