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04.11.2009, 20:48:23 Uhr


Mehr Parkplätze werden gefordert

Rottweil Mitte: Sondersitzung am Freitag, Einzelhandel macht bereits Druck


Von Peter Arnegger

ROTTWEIL, 4. November - Am kommenden Freitag ab 14 Uhr trifft sich der Rottweiler Gemeinderat zu einer Sondersitzung. In sechs Stunden soll die aktuelle Planung der beteiligten Ingenieure durchgeackert, soll den Vorschlägen anschließend zugestimmt werden. Wenige Tage zuvor macht der Rottweiler Einzelhandel, zusammen geschlossen als "Aktivgruppe Rottweiler Innenstadt" Druck und fordert unter anderem mehr Parkplätze.

Rund ein Drittel der bestehenden Parkplätze, so die Sorge der "Aktivgruppe Rottweiler Innenstadt", könnten im Zuge des Innenstadtumbaus wegfallen. das halten sie für nicht hinnehmbar. Auch eine Ampel am Straßenkreuz Hauptstraße / Hochbrücktorstraße / Friedrichsplatz wollen die Einzelhändler und Anwohner demnach nicht, sondern eine ampelfreie Kreuzung mit langsam sich herantastenden Autofahrern und vielen Querungsmöglichkeiten für Fußgänger.

Die "Aktivisten" befürchten: Der Gemeinderat könnte die Belange der Händler und Anwohner ignorieren, am Freitag abschließend bestimmen, wie die Innenstadt umzubauen wäre. Das stimmt in Teilen. So soll der Gemeinderat nach dem aktuellen Zeitplan tatsächlich kommenden Freitag die Planung in allen wesentlichen Punkten bestimmen. Allerdings folgen weitere Beratungen etwa am 18. November und voraussichtlich eine abschließende Sitzung im Dezember. Zwischendurch soll auch der Sanierungsbeirat gehört werden.

das Thema Parkplätze in der Innenstadt stand bereits am Mittwoch auf der Tagesordnung des Bauausschusses. FWV-Stadtrat Dieter E. Albrecht hatte einen Antrag vorgelegt, mit dem er prüfen lassen will, ob auf der Groß'schen Wiese ein Parkhaus errichtet werden könnte - eben als Ausgleich zu den wohl wegfallenden Parkplätzen in der Innenstadt. In der Sitzung wurde auch angeregt, zu prüfen, ob etwa ein Parkhaus hinter der Villa Duttenhofer gebaut werden könnte.

Obwohl einzelne Räte hier zur Eile mahnten - angesichts langer Planungsphasen bei solchen Projekten - empfahl die Stadtverwaltung, die Entscheidung zurückzustellen. Dies befürwortete der Gemeinderat sodann in seiner Abstimmung. Man will sich nun "mittelfristig" mit dem Problem befassen - und sei sich sehr wohl der Forderungen aus der Bevölkerung nach zusätzlichen Parkangeboten bewusst.

Gleichwohl macht die "Aktivgruppe" Druck: "Grundsätzlich sind wir sehr zufrieden mit der aktuellen Planung", resümiert Thomas Schlipf die Meinungen der in der "Aktivgruppe" vereinten Einzelhändler und Bürger. Aber zwei Punkte betrachten sie weiterhin als äußerst kritisch: Rund ein Drittel der Parkplätze in der Innenstadt fällt durch die Planung des Stuttgarter Büros weg. Das sei nicht hinnehmbar, sind sich Claus Wiest, Jörg Stauss und Schlipf einig, ebenfalls "Aktivisten".

Die Zahl der Parkplätze müsse in jedem Fall erhalten und wenn möglich gesteigert werden, so der Konsens. Der Bau eines Parkdecks an der Villa Duttenhofer löse das Problem auf einen Schlag und müsse dringend angegangen werden. „Wir brauchen die Parkplätze sofort, wenn mit der Umgestaltung begonnen wird“, betont Schlipf. Sei die Baustelle erst einmal eingerichtet, fehle der Parkraum in der Innenstadt. Das sei fatal für die Geschäftsleute. Hier haben die "Aktivisten" durchaus Unterstützer im Gemeinderat, wie sich am Mittwoch zeigte.

Zweiter Knackpunkt der aktuellen Planung sei die Verkehrssteuerung durch eine Ampelanlage. Das entspräche überhaupt nicht ihren Vorstellungen, stellt Schlipf fest. Die Aktivgruppe pocht weiterhin auf eine ampelfreie Hauptkreuzung und wenn möglich eine Geschwindigkeitsverringerung auf 20 Stundenkilometer.

Doch auch bei der momentan geltenden Vorgabe von 30 Stundenkilometern könne die Hauptkreuzung ohne Ampel auskommen, lautet ihre Ansicht. Dazu müssten für die Autofahrer in der Hochbrücktor- und der Unteren Hauptstraße allerdings mehr Hindernisse in Form von Zebrastreifen gebaut werden, als die Planer das vorsehen.

Je drei Querungshilfen auf beiden Straßenabschnitten würden den Verkehr wirkungsvoll bremsen und den Durchgangsverkehr aus der Stadt halten. Da sind sich die Vertreter der Aktivgruppe sicher. „Der Verkehr soll durch die Stadt fließen, erklären sie ihr Konzept. „Doch so langsam, dass es für Menschen, die Rottweil nur durchqueren wollen, uninteressant ist. Und sie dann auf die Umgehungsstraße ausweichen.“



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